Grundsätze

Unsere Grundsätze in Bezug auf die Arbeit mit von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern:

  • Deutliche Position im Hinblick auf die Ächtung von häuslicher Gewalt gegenüber Frauen und Kindern, sowohl innerhalb der Arbeit als auch nach außen hin beziehen.
  • Anerkennen, dass bei häuslicher Gewalt Frauen und Kinder gleichermaßen als Opfer zu sehen sind.
  • Den betroffenen Frauen und Kindern Glauben schenken über erlebte Gewalterfahrungen.
  • Frauen und Kinder als Klienten/innen begreifen, die parteilicher Unterstützung bedürfen. Durch das Existieren eines ungleichen Machtverhältnisses innerhalb der Familie konnten Gewalthandlungen erst entstehen. Die Täter müssen Verantwortung für ihre Taten übernehmen.
  • Der Umgang mit Betroffenen ist geprägt von Empathie, Respekt vor der Person und ihrer spezifischen Biographie, klaren Strukturen und Grenzen, Verlässlichkeit, Ressourcenorientierung, einem integrativen Beratungsverständnis und dem Prinzip der Offenheit der Beratungergebnisse.
  • Wir legen Wert auf eine positive Grundstimmung der Beraterinnen. Diese ist Grundlage zur Etablierung einer Atmosphäre, die geprägt ist von Vertrauen, Freundlichkeit und Kreativität.
  • Bedürfnisse der Kinder werden je nach Alter und Entwicklungsstand angemessen berücksichtigt. Dabei ist es uns ein wesentliches Anliegen, mit der Mutter das jeweilige Kind zu unterstützen und nicht gegen sie zu arbeiten.
  • Kinder sollen Entlastung erleben durch die Unterstützung, die ihre Mütter erfahren, denn vielfach fühlen sie sich mitverantwortlich für das Geschehene.
  • Mütter sollen Entlastung erleben durch die Unterstützung, die ihre Kinder erfahren. Häufig haben die Mütter Schuldgefühle und sind unsicher, wie sie diese Krisensituation positiv mit den Kindern gestalten können.
  • Der Schutzraum Frauenhaus initiiert Entlastung im Krisenerleben und schafft  Distanz zu innerem Ohnmachtserleben, zu Scham und Ängsten.
  • Das Leben im Frauenhaus selbst hat Modellcharakter im Hinblick auf die Wahrnehmung eigener Grenzen, den Respekt vor den Grenzen anderer Menschen, Möglichkeiten gewaltfreier Konfliktlösung, das Erleben von Regeln, Ritualen als stabilisierenden Faktor, der Orientierung und Entlastung bietet. Die Einrichtung dient als Raum für neue Erfahrungen. Die Frauen erleben sich als ganze Menschen mit unterschiedlichen Facetten und nicht nur als Opfer.
  • In der Gruppe mit anderen Betroffenen schöpfen Frauen Kraft, Mut und erleben ein Gefühl von Solidarität, was oft lange über den Aufenthalt im Frauenhaus hinaus andauert. Sie entdecken ihre Lebensfreude, eigene Stärken und verloren geglaubte Fähigkeiten wieder.
  • Die Beratung und Unterstützung der betroffenen Frauen und Kinder wird von qualifizierten Mitarbeiterinnen (Diplom-Sozialarbeiterinnen/Sozialpädagoginnen mit staatlicher Anerkennung) durchgeführt.